
Schlechte Paketdienste
Von der Seele reden
17.08.2026
Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.
Jeden Donnerstag um 20:45 Uhr im Radio und bereits vorab hier den ausführlichen Kommentar online hören. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de
Warum sind die Paketdienste in Deutschland so schlecht?
Bayern zählt zu den Bundesländern mit dem höchsten Paket-Beschwerdeaufkommen in Deutschland – und liegt 2026 sogar auf Platz eins. Das geht aus einer aktuellen Studie des Verbraucherportals Reklamation24 hervor. Für die Auswertung wurden mehr als 2700 verifizierte Meldungen zu den fünf größten Paketdiensten des Landes analysiert: DHL, Hermes, UPS, GLS und DPD.
Während Nordrhein-Westfalen 2025 noch mit einem Anteil von 20,56 Prozent an der Spitze lag, hat Bayern im laufenden Jahr 2026 aufgeholt: Mit 18,23 Prozent der Meldungen führt der Freistaat das Ranking nun an – NRW folgt mit 16,75 Prozent. Baden-Württemberg (12,64 Prozent), Hessen (11,33 Prozent) und Berlin (9,36 Prozent) komplettieren die fünf Bundesländer mit dem höchsten Meldeaufkommen, wobei Berlin den stärksten Zuwachs verzeichnet: von 6,42 Prozent im Jahr 2025 auf 9,36 Prozent im laufenden Zeitraum.
Fehlerhafte Zustellversuche, verlorene Sendungen, eigenmächtig geänderte Ablageorte, Beschädigungen sowie Schwierigkeiten bei der Schadensregulierung. Darunter müssen Unternehmen wie Privatpersonen ständig leiden. Die Zusteller haben offenbar so viele Sendungen zuzustellen, dass sie nicht jede persönlich abgeben können und den nächstbesten Nachbarn bitten, die Sendung anzunehmen. In Häusern mit sehr vielen Bewohnern braucht die Suche manchmal schon mehrere Tage. Auch beschäftigen diese Zustellfirmen Menschen, die der deutschen Sprache kaum mächtig sind. Diese sind natürlich überfordert und werden von mir besonders freundlich behandelt, weil diese nichts für ihre Situation können. Das sind moderne Ausbeutungstatbestände, gegen die unsere Gewerkschaften offenbar nicht konsequent genug vorgehen. Obwohl jeder Deutsche ein gesetzliches Annahmeverweigerungsrecht hat, habe ich gerade bei Sendungen von Betrügerfirmen, die im Netz keine Adresse angeben, erlebt, dass die Zusteller diese nicht zurücknehmen wollten.
Beim Kundenservice-Urteil der Verbraucher – bewertet auf einer Skala von 0 bis 10 – schneidet Hermes mit einem Durchschnitt von 3 Punkten noch am besten ab. Alle fünf Anbieter bewegen sich aber im unteren Drittel der Skala. Das ist nicht nur peinlich, da sollte der Gesetzgeber im Nebenstrafrecht gesonderte Straftatbestände schaffen. Im Übrigen schädigen die Zustellfirmen dadurch die deutsche Wirtschaft. Denn bei Amazon funktioniert die Zustellung sehr gut. Ich möchte amerikanische Unternehmen meiden, aber wenn ich eine zuverlässige Zustellung brauche, bin ich auf Amazon angewiesen.
Ich wünsche Ihnen eine Woche ohne schlechte Dienstleistungen, aber bleiben Sie bitte bei den Zustellfirmen achtsam.
·
·
·
·
·
·