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Unerträglich: Russische Fahnen und Hymnen bei Olympia.

12.03.2026

Die Situation habe sich verändert, sagt das Internationale Paralympische Komitee auf die Frage, warum bei den Paralympics in Italien russische und belarussische SportlerInnen unter eigener Flagge antreten dürfen. Wenige Wochen vorher muss die Lage ja noch schlimm gewesen sein. Denn dort gab es russische und belarussische SportlerInnen nur unter neutraler Flagge.

Fakt ist: nichts hat sich geändert an der russisch-ukrainischen Front. Zumindest nicht zum Besseren. Das Gegenteil ist der Fall: Von Tag zu Tag verstärken die Russen ihren Beschuss auf die Ukraine. Das Internationale Olympische Komitee und das Paralympische Komitee sind zwei Paar Stiefel. Genauer gesagt: Soldatenstiefel. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Paralympics eingerichtet, um verwundeten Soldaten die Chance zu geben, sich zu rehabilitieren.

Genauso argumentierte IPC-Präsident Andrew Parsons, nämlich dass die paralympische Bewe-gung eine "Gelegenheit für diejenigen bietet, die im Krieg verletzt wurden, durch Sport wieder in die Gesellschaft integriert zu werden", unabhängig davon, was sie in der Vergangenheit auf dem Schlachtfeld getan haben.

Weil diese Argumentation widersinnig ist, sind Sportler der Eröffnungsfeier ferngeblieben, auch die deutsche Delegation. Und nun müssen Athletinnen und Athleten ertragen, dass die russische Fahne gehisst und die Hymne gespielt wird. Das ist respektlos und verletzend.

Was wäre schwierig gewesen, die Sanktionen 2025 nicht aufzuheben und die SportlerInnen mit Handicap ebenso wie ihre gesunden KollegInnen unter neutraler Flagge starten zu lassen? Ist hier vielleicht der Behindertenbonus in Kraft? Das wäre allerdings eine weitere Diskriminie-rung.